Freitag, 9. Dezember 2016

New Banking: Ein kurzer Wochenrückblick #KW49

Von Ralf Keuper

Anbei eine Liste von Meldungen, die mir in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind:

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Wieviel Disruption braucht/verträgt das Banking?

Von Ralf Keuper

Einer weit verbreiteten Ansicht zufolge ist das Banking, wie viele andere Branchen auch oder zuvor, von Disruption bedroht. Die Verwendung des Begriffs Disruption im Zusammenhang mit Innovationen geht zurück auf Clayton Christensen und dessen Buch The Innovators Dilemma. Der Autor selber ist nicht immer glücklich darüber, dass zahlreiche Disruptoren sich auf seine Gedanken berufen; er fühle sich, wie er in einem aktuellen Interview sagt, häufig missverstanden. 

Echte Innovationen seien in der Wirtschaft nach wie vor die Ausnahme. Nicht jedes revolutionäre Geschäftsmodell sei eine Disruption. Als Beispiel nennt Christensen in dem Interview Uber. Ubers Geschäftsmodell bestehe darin, bereits vorhandene Ressourcen anders zu nutzen. Echte Disruption sei dagegen ein Prozess, bei dem kleine Unternehmen mit wenig Ressourcen bestehende Geschäftsmodelle herausfordern. Dabei kommt den Disruptoren der Umstand zugute, dass die etablierten Unternehmen an ihren bestehenden Geschäftsmodellen festhalten und versuchen, damit so lange wie möglich Gewinne zu erwirtschaften. Neue Geschäftsmodelle erfordern dagegen hohe Investitionen und Anlaufverluste. Hinzu kommt, dass der Erfolg ungewiss ist. Insofern ist es verständlich und auch keinesfalls nur Ausdruck von Kurzsichtigkeit, wenn Unternehmen an ihrem Kurs festhalten. Christensen unterscheidet drei Arten von Innovationen: Die Effizienz-Innovation, bei der derselbe Output mit weniger Input erzielt wird, die erhaltende, inkrementelle Innovation, bei der ein bestehendes Produkt, ein Service verbessert wird und letztlich die disruptive Innovation, die ein bisher teures oder kompliziertes Produkt einfacher und billiger macht, so dass es für große Käuferschichten attraktiv wird. 

Im Banking reklamieren vor allem Fintech-Startups für sich, disruptiv zu sein, wenngleich viele von ihnen von Konfrontation auf Kooperation umgestellt haben. Ähnlich wie Uber setzen viele Fintech-Startups auf die bestehenden Infrastrukturen/Ressourcen auf. Nicht wenige sorgen in bestimmten Schritten der Wertschöpfungskette für mehr Effizienz und Transparenz. Andere schaffen es, bestehende Produkte/Services durch eine zeitgemäße User Experience z.T. deutlich zu verbessern. Disruptive Innovationen sind dagegen Mangelware. Am ehesten noch kann das Segment des Robo Advisory diesen Anspruch für sich erheben bzw. einlösen, ist es doch das Ziel, dem Normanleger Anlagestrategien zur Verfügung zu stellen, die bisher nur einem kleinen Kreis vermögender Kunden zugänglich waren. 

Abzuwarten bleibt, ob PSD2 und neue Technologie, wie die Blockchain, für eine Disruption im Banking sorgen werden. Die Blockchain-Technologie kann damit werben, neue Infrastrukturen zu schaffen und zu verwenden, die - im Idealfall - unabhängig von dem bestehenden Bankensystem existieren können. PSD2 setzt dagegen auf bestehende Infrastrukturen auf, was nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass sich daraus keine echte Disruption ableiten ließe - zumindest dann nicht, wenn daraus neue Kombinationen entstehen und damit das gelingt, was Schumpeter die Durchsetzung neuer Kombinationen von Produktionsfaktoren und "schöpferische bzw. kreative Zerstörung" nennt. 

In dem erwähnten Interview verdeutlicht Christensen den Unterschied zwischen disruptiver und inkrementeller Innovation, indem er Uber mit Apple vergleicht. Während Uber die Digitalisierung dazu nutze, Fahrer und Fahrgäste direkt zu verbinden, habe Apple durch den Aufbau seines Ökosystems um das iPhone und iOS herum eine neue Nutzenkategorie geschaffen. 
Im Banking reagiert man auf Apple und die anderen Digitalen Ökosysteme mit dem Konzept der Bank als Plattform. Beispielhaft dafür ist George von Die Erste in Österreich. Andere sprechen von einem Fintech-Supermarkt. Verfügen die Banken und Fintech-Startups über die nötige digitale Souveränität, um Apple und Co. Paroli bieten zu können? Können Banken und Fintech-Startups andere Stärken und Ressourcen ins Spiel bringen, die einen Mangel an digitaler Souveränität wett machen? 

Als weiterer Hemmschuh, der etablierte Unternehmen dazu veranlasst, am bestehenden und bewährten Geschäftsmodell festzuhalten, erweist sich laut Christensen die Schwierigkeit, zwei unterschiedliche Geschäftsmodelle gleichzeitig in einem Unternehmen zu managen. Inwieweit gilt diese Feststellung/Problematik für die diversen Innovations-Lab und andere Initiativen der Banken? Könnte das Ambidextrous Banking ein Weg sein? 

Christensen sieht Geschäfts- und Entscheidungsmodelle, die überwiegend datengetrieben sind, kritisch. Daten erfassen immer nur einen Teil des Phänomens, aber nicht das Phänomen selbst. 

Wieviel Disruption braucht, verträgt eine in ihrem Kern nach wie vor konservative Branche, wie das Banking überhaupt? Wo kann, darf beschleunigt werden, wo wäre vielleicht Entschleunigung die bessere Alternative? Wo können Sicherheitsverfahren gelockert und die Customer Experience gestärkt werden, wo sollte die Sicherheit den Vorzug bekommen? 

Weitere Informationen:

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Penta ermächtigt Startups mit einem modernen Startup Geschäftskonto

Gastbeitrag von Luka Ivicevic und Constantin Kloecker (Penta)


Die Eröffnung eines Bankkontos für das eigene Unternehmen ist eine der wichtigsten Entscheidungen für jeden Existenzgründer. Insbesondere für kleine innovative Technologie-Unternehmen kann dies oft ein schmerzhafter Prozess sein.
Penta hat dafür eine Lösung!

Warum Penta und warum jetzt?

Penta wurde aus der tiefen Frustration mit Banken in unseren ehemaligen Start-ups gegründet. Mehrmals in der Woche waren wir gezwungen, unsere Büros zu verlassen, um zur Filiale zu gehen. Unseren Banken fehlten moderne Produkte und Dienstleistungen, die unsere Unternehmen dringend benötigten um effektiver zu wachsen. Letztendlich waren wir auf ein Dutzend Apps von externen Anbietern angewiesen, die sich nur schwierig mit unseren Bankkonto verbinden ließen. Dazu wurden wir am Ende jedes Monats mit teuren versteckten Gebühren überrascht, und die Verwaltung endete in einem riesigen Chaos. Wir hatten es Satt mit der gesamten Ineffizienz, und den Mangel an Flexibilität für kleine Geschäftskunden, welche von Banken als nicht rentabel genug abgestempelt werden.

Wir sind stark davon überzeugt, dass Banking eine der wichtigsten Säulen in jedem modernen Unternehmen ist. Dennoch ist das heutige Angebot nicht zeitgemäß, und somit ein schlechter Service für Tausende von Start-ups, die sich mehr auf ihr Geschäft und weniger auf ihre Bank konzentrieren wollen.

Nach etlichen Gesprächen mit Kollegen in anderen Startups, erkannten wir, dass wir die gleichen Probleme teilen. In der Tat ist es ein Problem, das die gesamte Branche teilt: Wir bauen High-Tech-Unternehmen für das 21. Jahrhundert, während unsere Banken im 20. Jahrhundert stecken. Und für uns war das nicht akzeptabel.

Nachdem wir dies erkannt hatten, begannen wir unsere Berufung: Unternehmen durch ihre Geschäftsbank zu ermächtigen. Business-Banking einfacher denn je zu gestalten, indem wir die besten Business-Apps und Fintech-Dienstleistungen in einem Konto Anbieten, damit Sie nicht mehr 12 verschiedene Anwendungen für Ihr Unternehmen separat verwalten müssen. Von der Cash-Flow Optimierung, Automatisierung der Buchhaltung, Darlehen sowie die besten Optionen für das Senden oder Empfangen von Geld im Ausland. Alles möglich mit unseren Partnern, welche die modernsten Business-Apps und Dienstleistungen anbieten.

Wer steckt hinter Penta?

Unser Gründungsteam besteht aus langjährigen Freundschaften und Kollegen; zusammen haben wir die gleichen Probleme mit unserem Banking seit einiger Zeit geteilt. In unserem Executive Team haben wir über 50 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und im Unternehmensaufbau. Wir haben bereits mehrere erfolgreiche Unternehmen gegründet und verkauft, was uns die Fähigkeit und Erfahrung gibt, um wirklich zu verstehen, wie High-Tech-Startups ihre Effizienz verbessern können.

Unser Vorstand besteht aus brillanten Leuten aus einigen der größten Banken und Unternehmen der Welt. Zusammen haben wir über 150 Jahren Erfahrung als Führungskräfte in Banking, Compliance und Sicherheit. Diese Leute sind wirklich ein Schlüsselfaktor für den Erfolg von Penta; durch ihren Rat und Wissen war es uns möglich, das leistungsfähigste Bankkonto für Hightech-Firmen aufzubauen.

Penta und das Startupbootcamp Fintech.

Um das Wenigste zu sagen - wir waren sehr glücklich ein Teil des Startupbootcamp FinTech Programm sein zu dürfen. Von 450 Unternehmen die sich beworben haben, wurden 20 zum Pitch eingeladen und nur 9 wurden in das Programm aufgenommen. Es war extrem schwer ausgewählt zu werden, aber es hat uns exponentiell in der Gestaltung und dem Aufbau von Penta geholfen.

Von Anfang an war es unser Ziel, zusammen mit anderen Startups zu arbeiten. Sofort stand uns das Netzwerk von Startupbootcamp zur Verfügung. Um die Bankprobleme von Startups zu verstehen, haben wir über 100 High-Tech-Unternehmen rund um den Beschleuniger persönlich interviewt. Viele der von uns interviewten Startups interagieren häufig mit uns und helfen aktiv unsere Alpha zu verbessern! Wir könnten nicht mehr dankbar für das ständige Feedback diese Unternehmer sein, die uns unterstützen die extra Meile zu gehen, damit unser Bankkonto einen realen Wert für Start-ups zu schaffen hilft.

Immer wenn unser Team eine neue Funktion in der Pipeline hat, setzen wir uns mit verschiedenen Unternehmen an einen Tisch, damit wir im gemeinsamen Gespräch klären, ob diese Neuerung auch wirklich die Bedürfnisse der Unternehmen erfüllt. Letztlich ist unser Ziel mit jedem Produkt, das wir freigeben, Startups effizienter zu gestalten, und gleichzeitig Unternehmern ermöglichen Zeit zu sparen, damit diese sich mehr auf Ihr Geschäft und weniger auf Ihr Banking konzentrieren können.

Startupbootcamp hat uns sehr stark geholfen, unsere Ziel zu erreichen. Es waren drei unvergessliche Monate. Ich denke, dass jeder bei Startupbootcamp zustimmen kann, dass wir alle in den vergangenen 13 Wochen eine enge Familie (oder sogar ein bisschen Kult!) geworden sind. Wir werden den Beschleuniger, den Gedankenaustausch und die späten "UberEats" Abendessen vermissen.

Alles in allem, die wichtigste Lektionen kamen von den Menschen um uns herum: Das Startupbootcamp-Team, Mentoren und die Startups.


Mehr Infos über PENTA unter: www.getpenta.com

Montag, 5. Dezember 2016

Chatbot Banking (Artikelauswahl)

Von Ralf Keuper

Chatbots, text- und sprachbasierte Dialogsysteme, gelten momentan als eine der zukunftsträchtigsten Technologien. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind schier unbegrenzt: Vom E-Commerce über das Online-Banking, vom Internet of Things (IoT) bis hin zu den Connected Cars; kaum ein Lebensbereich ist bzw. bleibt den Chatbots verschlossen. 
Anbei eine Auswahl von Beiträgen der letzten Monate, die sich zustimmend und/oder kritisch mit dem Thema Chatbots beschäftigen. 

Chatbots allgemein

Chatbots im Banking
Kritische Stimmen 
Mit fortschreitender Verbesserung sind Chatbots dabei nicht nur auf wenige eingegrenzte Themenbereiche (beispielsweise Wettervorhersage, Nachrichten usw.) begrenzt, sondern ermöglichen erweiterte Dialoge und Dienstleistungen für den Nutzer. Diese entwickeln sich so zu Intelligenten Persönlichen Assistenten.

Freitag, 2. Dezember 2016

New Banking: Ein kurzer Wochenrückblick KW#48

Von Ralf Keuper

Anbei eine Liste von Meldungen, die mir in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind:

Dienstag, 29. November 2016

Open Banking, Data Sharing und PSD2

Von Ralf Keuper

Die Einführung der Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD2) wird das Banking verändern. Dadurch können sog. Third Party Provider Aufgaben übernehmen, die sonst eher in die Zuständigkeit von Banken gefallen wären. Dazu zählt auch die Tätigkeit als Account Information Service Provider. Unterhält ein Kunde Konten bei mehreren Banken, kann der Account Information Service Provider die Zusammenführung und das Teilen der Daten übernehmen. So kann der Kunde seine Finanzdaten Dritten, wie Vergleichsplattformen oder anderen Banken/Finanzdienstleistern, zur Verfügung stellen, um das für ihn beste Angebot ausfindig zu machen. Hierfür stehen bereits Lösungen zur Verfügung, wie das eWise Personal Finance Management Tool

Die neuen Möglichkeiten, die sich für die Kunden mit dem Open Banking eröffnen, beschrieb André Bajorat von figo kürzlich in einem Interview
Dann kann ich etwa bei einem Vergleichsportal meine Daten für mein Sparkassenkonto, meine Lufthansa Miles & More Kreditkarte, mein Paypal-Konto und meinen Darlehensvertrag hinterlegen. Das ist dann mein finanzielles Zuhause - nicht mehr meine Hausbank. 
Einige Banken sehen in PSD2 auch eine Chance, wie in Regulation + innovation = a better deal for bank customers zu lesen ist; in Fragen der Sicherheit genießen Banken nach wie vor großes Vertrauen bei den Kunden. Lesenswert und informativ in dem Zusammenhang ist Payment Services Directive 2. An open door to threat? Or a gateway to a whole new digital ecosystem?Gleiches gilt für Finanz-APIs benötigen Regelungen weit über die technischen Aspekte hinaus: Beispiele von Open APIs in der Finanzindustrie.

Die australischen Banken fordern unterdessen verbindliche Standards für das Teilen der Daten, wie aus Banks call for data-sharing governance standards hervorgeht. Nach Ansicht der dortigen Banken sind Fragen der Sicherheit beim Data Sharing noch nicht ausreichend geklärt.
In Australien sind Offene Schnittstellen (Open APIs) im Banking noch nicht sehr verbreitet, wie Atlassian-Mitgründer Mike Cannon-Brookes kritisiert.  

Alles in allem tun sich hier für die Kunden und Anbieter neue Chancen auf. 

Weitere Informationen / Update

Banking Data For Third Parties

Freitag, 25. November 2016

New Banking: Ein kurzer Wochenrückblick #KW47

Von Ralf Keuper

Anbei eine Liste von Meldungen, die mir in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind: