Freitag, 29. November 2013

Geschäftsmodellinnovation im Banking: Brand Profit

Von Ralf Keuper

Das vielleicht lukrativste Geschäftsmodell, nicht nur im Banking, beruht auf der Attraktivität einer Marke, die durch ihren Vertrauensvorschuss die Kunden an sich bindet und deren Bereitschaft steigert, höhere Preise als für vergleichbare Angebote der Mitbewerber zu bezahlen. Oder in den Worten von Slywotzky:  
Over a period of years, a brand-building company expends significant marketing investments in order to build awareness, recognition, trust and credibility. These ‘intangibles’ are reinforced by the customers’ experience with the service or product. They are rendered tangible by the price premium that customers are happy to pay. This price, which may be significantly higher that that for functionally comparable products, often explains 100% of the brandholder’s profitability. (The Profit-Zone) 
Das Konzept der Bank als digitale Plattform lässt sich auch mit dem Brand Profit verbinden. Sofern es einem Betreiber gelingt, unter seinem Markennamen, Label, eine Plattform mit hoher und nicht nachlassender Anziehungskraft zur Verfügung zu stellen, sind hier z.T. hohe Einnahmen möglich. 

Allerdings bedarf es hierzu einer sehr starken Marke mit entsprechender Finanzkraft und technologischem Know How. Anderenfalls werden Partner sich nur schwer unter die Flagge des Betreibers begeben. Die Marken mit der derzeit wohl stärksten Ausstrahlung und Anziehungskraft in dem Bereich sind Apple, Google, Amazon und PayPal. Gelingt es ihnen, die Reputation ihrer Marke und die user experience ohne nennenswerte Abstriche auf den Bereich des Banking zu übertragen, wird es für die Banken jedenfalls nicht einfacher.

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