Freitag, 6. Dezember 2013

Geschäftsmodellinnovation im Banking: Value Chain Position Profit

Von Ralf Keuper

In der digitalen Ökonomie erleben wir fast täglich, wie sich Wertschöpfungsketten auflösen und neu formieren. Das gilt im verstärkten Maß auch für das Banking. Die komplette Wertschöpfungskette, auch weite Teile davon, wird künftig keine Bank mehr abdecken können. Die Kunst besteht dann darin, den Teil der Wertschöpfungskette abzudecken, der den größten oder wenigstens den dauerhaftesten Profit verspricht, oder wie Slywotzky es ausdrückt:
In many industries, profit concentrates itself in certain parts of the value chain and is absent in others. In PC computing, the profit concentrates in microprocessors and software. In chemicals, it is in manufacturing, not in distribution. In general merachandise, it is in distribution, not in manufacturing. In automotive, it is in downstream activities such as financial services and extended warranty, not in assembly or distribution. (in: The Profit Zone)
Die Rekonstruktion bzw. Neuformierung der Wertschöpfungskette im Banking machen sich derzeit die diversen FinTech-Startups zu Nutze, die sich auf bestimmte Elemente konzentrieren, wie z.B. Kabbage oder die P2P-Kreditplattformen. 
Entscheidend wird sein, ob es den Neu-Anbietern gelingt, eine auskömmliche Profitzone für sich zu definieren, bevor die Big Player wie Google, Amazon, Alibaba & Co. wie auch die verbliebenen Banken den Markt unter sich aufteilen und die Rolle des Gatekeepers übernehmen. Nur wer über die nötige kritische Masse an Kunden und Geschäftsvolumen verfügt,  dessen Angebot so leicht nicht ausgetauscht werden kann und/oder sein Geschäftsmodell leicht skalieren kann, wird seine Position in der Wertschöpfungskette behaupten können. Ein Kandidat könnte Yodlee sein, die es bisher ganz geschickt geschafft haben, aus ihrer Vermittlerposition Kapital zu schlagen.

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