Dienstag, 28. Januar 2014

FinTech-Startups auf dem Radar der Banken

Von Ralf Keuper

Die BBC berichtete gestern (Start-ups challenge big banks' technologyvon der Veranstaltung FinTech City London, die in der vergangenen Woche abgehalten wurde. Bei FinTech City London handelt es sich um regelmäßige Zusammenkünfte von Vertretern der Banken und junger aufstrebender FinTech-Startups. Ziel ist u.a. der Gedankenaustausch über die aktuellen und künftig zu erwartenden technologischen Entwicklungen im Bankensektor. 

Das allein ist nicht weiter aufregend. Hervorzuheben sind indessen einige Bemerkungen in dem Beitrag. So beschreibt der Autor Matthew Wall in einem Satz die eigentliche Herausforderung, die von den FinTech-Startups für die Banken ausgeht.
Zum Nachdenken regt auch die Aussage von Alex McCracken an, der davon ausgeht, dass wir in Zukunft eine Polarisierung im Bankensektor erleben werden, wonach sich der Markt in global agierende (Universal-)Banken mit der Zielgruppe Multinationale Unternehmen und in kleinere, technologiegetriebene Anbieter mit Fokus auf das Segment Privatkunden und mittelständische Unternehmen aufteilen wird. 

Weiterhin wird der Chef und Mitbegründer von Zopa, Giles Andrews, mit den Worten zitiert, dass Zopa keine Bank, sondern eher ein Datenanbieter (data company) sei. 

Diese Aussage ruft bei mir jedoch Widerspruch hervor: So schlüssig die Argumentation auch ist und so sehr sie dem Mainstream entspricht, so bezweifle ich doch, dass das Bankgeschäft künftig rein daten- und technologiegetrieben sein wird. 
Wie auch immer das Bankgeschäft der Zukunft aussehen wird, es ist und bleibt in erster Linie ein Geschäft der Risikotransformation bzw. der Risikokommunikation und letztendlich der Risikopolitik, die eine Bank oder ein bankähnlicher Anbieter verfolgt. Die besten Technologien und die größten Datenmengen - auch bei proportional steigender Datenqualität - können daran nichts wesentlich ändern. 

Anders verhält es sich erst dann, wenn die Risikotransformation nicht mehr in den Händen der Banken liegt, wie es in der Vision des Bankless Banking im Jahr 2030 beschrieben wird. Das wäre ein grundlegend anderes Szenario.

Weitere Informationen:

Big Data im Risikomanagement nur von begrenztem Nutzen

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