Freitag, 21. Februar 2014

BBVA übernimmt Bank Simple - Beginn einer neuen Phase im Banking

Von Ralf Keuper

Wie gestern bekannt wurde, übernimmt die spanische BBVA, eine der größten Bankengruppen der Welt, die amerikanische Bank Simple, einen der "Shooting Stars" des New Banking, für 117 Millionen Dollar.
In den vergangen Jahren wurde Bank Simple, neben der Movenbank, immer wieder als Paradebeispiel des Zeitenwandels im Banking genannt. Zwar keine "klassische" Bank, tritt Simple als Vermittler zwischen Kunden und Banken auf. Letztere haben in dem Modell von Bank Simple eigentlich nur die Rolle des Transaktionsverarbeiters. Erklärtes Ziel von Bank Simple war und ist es, das Banking für die Kunden im Front End so einfach und transparent wie möglich zu gestalten.

Bank Simple präsentierte sich bisher als Herausforderer des traditionellen Banking. Nun wird die Bank Bestandteil einer der größten Bankengruppen der Welt. Darin liegt eine gewisse Ironie.
Bank Simple betont, dass der Verkauf nicht aus der Not heraus erfolge, sondern zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Bank in einer ausgesprochen guten Verfassung befindet.

Als Grund für den Verkauf nennt der Mit-Gründer Joshua Reich
BBVA believes in our vision and the course we have set to transform the industry. This means that the things you love about Simple will remain unchanged. We will continue to embrace our philosophy, our business model and the way we treat customers. Working with BBVA gives us the resources, scale, and autonomy we need to accelerate our growth while staying true to our mission.
Zusammen mit BBVA will man den nächsten Schritt hin zu einem Personal Banking machen. 

Aus Sicht der BBVA ergibt der Kauf Sinn. Zudem passt er zu dem Weckruf, den der Chef der BBVA, Francisco Gonzales, Ende vergangenen Jahres von sich gab. Darin warnte er eindringlich vor den Gefahren, denen die Bankbranche durch Unternehmen wie Google und Amazon ausgesetzt sei. Daher sei es für die Banken an der Zeit, sich in digitale Plattformen zu verwandeln:
In this new world, banks should transform into "digital" banks, or rather, into new forms of information services company. Their engine will be a platform that can integrate limitless volumes of data.
Überhaupt hat sich die BBVA in den letzten Jahren besonders offen gegenüber den Herausforderungen der Digitalisierung gezeigt. Über die bankeigene BBVA Ventures, die u.a. im Silicon Valley (San Francisco) residiert, hat das Institut den Finger am Puls der Zeit. Ende letzten Jahres kündigte BBVA Ventures an, 100 Millionen Dollar in Fin-Tech Start Ups zu investieren.

Dem Beispiel von BBVA dürften in Zukunft weitere Banken folgen. Einige, wie die Bank Leumi, sind bereits auf einem ähnlichen Weg. Vorstellbar ist auch, dass Google, Amazon & Co. sich das eine oder andere FinTech Startup zulegen werden. 

Jedenfalls markiert der Schritt von BBVA den Beginn einer neuen Phase auf dem Weg zum digitalen Banking.

Entscheidend wird sein, ob es der BBVA gelingt, einer Bank Simple, wie auch weiteren noch folgenden Startups, den nötigen Freiraum zu lassen und sie so wenig wie möglich mit der "Konzerndenke" zu behelligen. Nach den ersten Meldungen sieht es danach aus, als wolle die BBVA Bank Simple nicht an die kurze Leine nehmen bzw. beidhändig (Ambidextrous) vorgehen. 

Wie FinTech Start-Ups das Banking verändern - Leumi, Elevator, Innovation Lab, SixThirty u.a.

FinTech-Startups auf dem Radar der Banken

The Online Challenge for Banking

What Does the BBVA Acquisition Mean for Simple?

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