Samstag, 3. Mai 2014

Finanzmärkte: Rückfall in alte Denk- und Verhaltensmuster?

Von Ralf Keuper

Markus Zydra diagnostiziert im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung (Printausgabe) vom 2. Mai 2014 (Die Gier ist zurück) die Rückkehr der Gier auf den Finanzmärkten. 

Exemplarisch hierfür ist der Markt für amerikanische Autokredite und Leasingverträge, der auf ein Volumen von 900 Milliarden Dollar angewachsen ist. Beunruhigend an dieser Entwicklung ist, dass 34 Prozent der Kredite für den Kauf von Neuwagen an Personen mit schlechter Kredithistorie, d.h. mit schlechter Zahlungsmoral vergeben wurden. Bei den Gebrauchtwagen beträgt der Anteil sogar 62 Prozent. Zydra beruft sich dabei auf den Experian Automotive report
Diese Kredite werden als ABS-Papiere weiter verkauft. Das alles geht so lange gut, wie die Zinsen konstant, d.h. auf dem derzeit niedrigen Niveau bleiben und sich die Einkommenssituation der Kreditnehmer nicht gravierend verschlechtert. Von ebenso großer Bedeutung ist, dass die Restwerte der PKW dem erwarteten Wertverlauf entsprechen. Sollte der Restwert bei Vertragsende unter den Prognosen liegen, drohen bei den Autobanken hohe Abschreibungen. Auch das nicht neu. 

Aber auch sonst scheinen die alten Reflexe bei den Akteuren auf den internationalen Finanzmärkten wieder vollauf intakt zu sein. Das "billige" Geld sorgt für einen kreditfinanzierten Nachfragesog, der den Blick auf die darunter liegenden Risiken zunehmend verstellt. Die Jagd nach der Rendite geht in die nächste Runde. Auf American Banker gab J.V. Rizzi seinen Sorgen um den Zustand des Risikomanagements der Banken in seinem Beitrag Banks have 'Boiled Frog Syndrome' Regarding Risk Management Ausdruck. 

Vielleicht aber ist alles nur halb so schlimm und die bewährten und durch die Empirie immer wieder bestätigten (und damit quasi verifizierten) Rheinischen Gesetze, insbesondere die Regeln 2 und 4, bewahrheiten sich auch diesmal: 
Et kütt, wie et kütt
Et hät noch immer jot jejange
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