Dienstag, 2. September 2014

Verhilft Apple Mobile Payments zum Durchbruch?

Von Ralf Keuper

Wie nicht anders zu erwarten, sorgte die Meldung, dass Apple sein neues iPhone 6 mit NFC-Technologie und seiner iWallet ausstattet, im Netz für rege Diskussionen. Die Geschichte reicht jedoch - nach Maßstäben des Internet  - weit zurück. 

Die ersten Schritte machte Apple bereits im Jahr 2010. Im März 2012 erhielt Apple das Patent für sein iWallet. 

Trotzdem scheint Apple erst jetzt die Zeit für gekommen zu halten, den nächsten Schritt zu gehen, und sein neues iPhone mit der NFC-Technologie zu bestücken und einen Vorstoss in den Markt für Mobile Payments zu wagen. Für die nötige Sicherheit soll dabei u.a. der Touch ID fingerprint sensor sorgen. 

Damit folgt Apple seiner bewährten Strategie, die Produktfamilie Schritt für Schritt zu erweitern, sobald der Markt für die neue Lösung aufnahmebereit ist. Systeminnovation wie aus dem Lehrbuch. Zum ersten Mal weicht Apple jedoch von seiner Linie ab, die volle Kontrolle über die Vertriebswege zu behalten, indem das Unternehmen nach übereinstimmenden Berichten eine Allianz mit den Kreditkartenunternehmen Visa, Mastercard und American Express eingeht. 

Schon im Dezember vergangenen Jahres prophezeite Forbes-Autor Tristan Louis, dass Apple schon bald einen elektronischen Bezahldienst mit dem iWallet als zentralem Bestandteil an den Markt bringen werde. Jedoch gingen Louis und andere mit gutem Grund noch davon aus, dass Apple auf die Bluetooth-Technologie (iBeacon) setzen werde. Im Januar verdichteten sich die Anzeichen. 

Folgende Argumente sprechen derzeit dafür, dass Apple gute Chancen hat, dem kontaktlosen Bezahlen zum Durchbruch zu verhelfen:
  • die kritische Masse an Kunden (ca. 800 Mio. iTunes-Konten) wird quasi aus dem Stand erreicht
  • ein einheitliches Look & Feel und eine durchgehende User Experience
  • bereits hohe Reputation im Bereich der Zahlungsabwickung.
  • das Unternehmen wird als ausgesprochen innovativ und als Hersteller qualitativ hochwertiger Produkte wahrgenommen
  • die Einnamen müssen nur mit wenigen Partnern geteilt werden
  • in Fragen der Produktgestaltung behält Apple weiterhin die Kontrolle
Dass Apple mit seinen Planungen schon mindestens einen Schritt weiter ist, und dem wachsenden Segment der Virtuellen Währungen verstärkte Aufmerksamkeit schenkt, wurde deutlich, als das Unternehmen bekannt gab, Zahlungen mit anerkannten virtuellen Währungen in seinen Anwendungen zuzulassen. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein, bis Apple auch diese Stufe seiner Produkt-Rakete zündet. 

Derweil kündigten Alipay und Huwei an, dass die Alipay-Wallet in das neue Smartphone von Huwei, Mate7, integriert wird. Die beiden Unternehmen heben dabei die auf biometrischen Verfahren beruhende Lösung für die Authentifizierung hervor. Anfang des Jahres reklamierte Alibaba für sich noch die weltweite Spitzenposition bei den Mobile Payments. 

Wenn es Apple gelingt, den Handel und die Kunden von den Vorzügen seiner Mobile Payments-Lösung zu überzeugen, stehen die Mitbewerber, womit keinesfalls nur PayPal , Amazon & Co. , sondern vor allem auch die Banken, gemeint sind, unter Zugzwang. 

Mehr als einmal hat Apple bewiesen, dass es in der Lage ist, einen Markt von Grund auf zu verändern. 

Einige Anmerkungen zur aktuellen Entwicklung im Bereich Mobile Payments

Zahlungsverkehr als (neues) Massenmedium #1

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