Donnerstag, 4. Dezember 2014

Banken als Multi Channel Networks (MCNs)

Von Ralf Keuper

In der Medienbranche haben in letzter Zeit die Multi-Channel-Networks an Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich um Anbieter, die ihren Service auf einer der großen Video- bzw. Streaming-Plattformen wie YouTube bereitstellen. 

Auf Wikipedia heisst es dazu:
A multi-channel network is an organization that works with video platforms such as YouTube, to offer assistance in areas such as "product, programming, funding, cross-promotion, partner management, digital rights management, monetization/sales, and/or audience development" in exchange for a percentage of the ad revenue from the channel
Mittlerweile sehen viele Medienkonzerne, die von der Digitalisierung ihres Geschäfts überrascht wurden, in den MCNs eine Möglichkeit, wieder den Anschluss zu finden. Die Übernahmen von MCNs durch Medienunternehmen häufen sich daher in letzter Zeit. 

Was, wenn das Banking sich in eine ähnliche Richtung entwickelt, d.h. wenn Banken sich zunehmend in Multi Channel Networks verwandeln?
Die Überschneidung der Angebotspalette mit den "echten" MCNs ist nicht von der Hand zu weisen:
  • Product / hier: Spar, Kredit, Wertpapier, Festgeld etc. 
  • Programming / hier: Algo Banking / Matching Algorithmen etc. 
  • Funding / hier P2P Lending
  • Cross Promotion / hier: Cross Selling
  • Partner Management / hier: verbundene Zulieferer/Dienstleister 
  • Digital Rights Managemant / hier: Data Assets, Digital Assets, Digital Identity
  • Monetization/Sales / hier: Werbung, Vergleichportale, Finanzinformationen
  • Audience Development / hier: Aufbau und Pflege des digitalen Ökosystems, der Plattform, Online-Community
Die Bank als digitale Plattform. 

Derzeit wirft die gerade beschriebene Entwicklung ihre Schatten im Banking auf dem Gebiet Digital Signage voraus, wie aktuell das Digital Signage-Software engram KampagnenManagementSystem(eKMS)

Der MCN-Ansatz geht jedoch weit über das andere Modethema Omnichannel-Banking hinaus. 

Das Banking wird interaktiver. Um diesen digitalen und medialen Wandel gestalten zu können, bedarf es neuer Qualifikationen, wie vor allem im Daten- und Informationsdesign. Interaktive Grafiken, Karten, Diagramme, Digital Advertising, "Data as Culture" werden die "Frontlinie" des Banking bilden. Wer sich einen ersten Eindruck über die Möglichkeiten digitaler Karten und Infografiken verschaffen möchte, sollte mal hier vorbei schauen: Digital Cartography.

Momentan haben die Banken hier einen weiteren Nachholbedarf. Hier sind die großen Internetkonzerne, zahlreiche Digital Media-Startups und internationale Werbeagenturen weit voraus. Statt sich vorwiegend an den Ratschlägen der gängigen Beratungsgesellschaften zu orientieren, wäre die Beschäftigung mit Firmen wie frog design oder Ideo mindestens ebenso inspirierend.  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen