Sonntag, 14. Dezember 2014

Die neue Generation der "Digital Money Natives"

Von Ralf Keuper

Friedemann Brenneis berichtet in seinem schönen Beitrag Bitcoin, Microsoft und die Digital Money Natives von seinen Beobachtungen, die er kürzlich bei seiner Arbeit als Medienpädagoge, daneben ist er noch als Journalist tätig, in "freier Wildbahn" machen konnte. Und zwar stieß er zu seiner eigenen Überraschung in einer Schule auf die ersten "Digital Money Natives". 

Diese neue Generation beschreibt Brenneis wie folgt:
Diese neue Generation wächst nicht mehr nur mit digitalen Geräten, Apps, Social Media und mobilem Internet auf, sondern mitten in der Entstehungsphase der möglicherweise größten technischen Innovation seit der Erfindung des Internets: digitalem Geld. ...
Bezahlen mit dem Smartphone, Bitcoin, Apple Pay, Altcoins, Dogecoin – was selbst vielen Digital Natives heute fremd und gewöhnungsbedürftig erscheint, ist für die Jugend von heute, die Digital Money Natives, schon jetzt ein ganz normaler Teil ihrer alltäglichen Lebenswelt. 
Langsam aber sicher setzt sich die Erkenntnis, auch bei mir, durch, dass sich im Internet eigene (Sub-) Kulturen bilden bzw. schon gebildet haben. Man könnte sie auch als Symbolmilieus interpretieren. Digitale Währungen könnten in dieser entstehenden Symbolwelt eine zentrale Rolle spielen, ähnlich wie heute das Papier- und Buchgeld. 

Es wäre keine schlechte Idee, wenn die Bankenvertreter dem Beispiel von Friedemann Brenneis folgen und ihrerseits "Feldforschung" betreiben würden. Ebenso wäre die Beschäftigung mit der Nethnographie (Online-Feldforschung) keine Zeitverschwendung. Banker als teilnehmende Beobachter, als digitale Anthropologen?

Zukunftsmusik - wenn überhaupt. 

Sicher, ob wir es tatsächlich mit einer neuen Generation zu tun haben, die sich als Digital Money Natives zutreffend beschreiben lässt, ist aus wissenschaftlicher Sicht alles andere als gewiss. Gleiches gilt für den Begriff "Digital Money Natives" als solchen. 
Dennoch - irgendwo muss man anfangen und dem Phänomen einen Namen geben - auf die Wissenschaft, und wohl auch die Mehrzahl der Banken - kann man hier nicht immer warten. 

Weitere Informationen:


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