Dienstag, 16. Dezember 2014

Mobile Payments: Einige Anmerkungen zum Starbucks-Hype

Von Ralf Keuper

Das wird schon langsam nervig: Alle paar Tage erscheint ein Beitrag, der uns glauben machen will, dass Starbucks die Zukunft des mobilen Bezahlens ist, wie aktuell How Starbucks Beats Apple, Google, and the Rest of the Tech in Mobile Payments
Bereits Anfang des Jahres habe ich mich in dem Beitrag Digitale Revolution am Kaffeeautomaten, oder: Starbucks als Game Changer bei Mobile Payments? mit diesem Phänomen beschäftigt. An dem Befund hat sich seitdem nichts wesentlich geändert. 

Da scheint mit einigen immer wieder die Phantasie durchzugehen. Wunschdenken ersetzt die Realität. 

Der Artikel räumt Google Wallet und auch Apple Pay keine großen Chancen ein, den Markt für Mobile Payments zu erobern. In einem anderen Beitrag habe ich kürzlich darzulegen versucht, weshalb alle Aussagen zum vermeintlichen Erfolg oder Misserfolg von Apple Pay zum jetzigen Zeitpunkt schlicht und ergreifend zu früh sind. 

Die in dem eingangs erwähnten Artikel enthaltenen Argumente sind weder neu noch stichhaltig. Das größte Problem für Starbucks ist nach wie vor, dass das Unternehmen über kein großes digitales Ökosystem wie Apple, Google oder Alibaba verfügt. Nicht einmal annähernd. Darin wird auch die neue "Mobile Order & Pay", die mobile commerce - Initiative kaum etwas ändern. 

Der Markt für E-Commerce und M-Commerce wird von anderen dominiert. Starbucks läuft da nicht einmal unter ferner liefen. Wer glaubt, die schönste und beliebteste Lösung werde das Rennen bei Mobile Payments machen, der hat überdies wohl noch Probleme zu verstehen, weshalb Microsoft mit Windows so einen Erfolg hatte bzw. hat. 
Das bedeutet freilich nicht, dass man nicht einiges von dem Beispiel Starbucks lernen könnte. 

Dennoch - etwas mehr Realitätssinn und Orientierung an den Fakten täte der Diskussion ganz gut. 

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