Freitag, 5. Dezember 2014

New Banking: Ein kurzer Wochenrückblick #8

Von Ralf Keuper

Es ist wieder so weit. Freitag, der Tag für den Blick auf die (fast) zurückliegende Woche im New Banking. 

Aus Karlsruhe und Münster erreichte uns die frohe Kunde, dass die Fiducia und GAD nach mehreren erfolglosen Anläufen ihre Bindungsängste überwunden haben, und nun gemeinsam in den Hafen der Ehe einzulaufen gedenken. Wohl weniger eine Liebesheirat, als vielmehr eine Zweckehe. Dennoch an dieser Stelle an die Adresse des Brautpaares gerichtet: Viel Glück auf eurem gemeinsamen Weg!

Ihr werdet es brauchen.

Die Frage nach der Zukunft der Filiale zählt im Banking mit zu denen, die, auch auf diesem Blog, immer wieder aufgeworfen wird. Aktuell hat sich Dirk Elsner in seiner Kolumne Banking niemals ohne Filiale? des Themas angenommen. Darin kommt er zu dem Schluss, dass allen berechtigten Aussagen, die "Digital Natives" würden eine Bankfiliale nur aus Versehen aufsuchen, u.a. weil sie sie mit einem Apple Store verwechselt haben, das Bankgeschäft sich trotzdem nicht vollständig in die digitalen Kanäle, ins Netz verlagern wird. Eine Ansicht, die ich vollinhaltlich teile, nicht nur weil Dirk u.a. auch einen Beitrag von mir zitiert ;-)
Auch der für die Privat- und Geschäftskunden zuständige Vorstand der Deutschen Bank, Rainer Neske, geht nicht davon aus, dass Banken sich vollständig ins Netz bewegen. Dem kann ich mich insofern anschließen, als auch ich die Vision einer Digitalen Vollbank für eine Illusion halte. Allerdings glaube ich ebenso wenig daran, dass sich eine Universalbank digital transformieren lässt. 

Überraschenderweise hat es ein Beitrag in die Betriebswirtschaftlichen Blätter, die von der Sparkassenfinanzgruppe herausgegeben werden, geschafft, der sich auffallend kritisch über die Sorglosigkeit äußert, mit der die Banken und Sparkassen die Entwicklung im Bereich Mobile Payments zur Kenntnis nehmen. In Banken degradiert zum Kohlenschippen sieht sich Hans-Gert Penzel dazu gezwungen, drastische Vergleiche zu ziehen.

Mögen seine Worte gehört werden und zum Handeln ermutigen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. 

Dass sich auch diese Woche wieder einiges auf dem weiten Feld Mobile Payments getan hat, belegen allein folgende Beiträge:
Von der deutschen FinTech-Startup-Szene gibt es ebenfalls etwas zu berichten. Der Berliner Accelerator Hitfox gab die Lancierung einer Startup-Fabrik namens "FinLeap" für mobile Finanzdienstleister bekannt. Währenddessen wagten Wirecard und Rocket Internet zwar nicht den Schritt in die Ehe, gaben aber ihre Verlobung in Form der Bildung einer Strategischen Partnerschaft bekannt. 

Da soll noch einer sagen, die Digitalisierung führe zur Vereinzelung und Bindungslosigkeit ;-)



Kommentare:

  1. Hallo,

    bei der These das Banken niemals ohne Filialen agieren werden, würde ich mal dagegen halten. Nur werden wir ja alle nicht ewig leben und die Überprüfung wird uns schwer fallen. Natürlich kann - ich habe den Artikel von Herrn Elsner nicht glelesen - kann er aber auch meinen, dass es irgendwann etwas besseres und anderes als Banken geben wird, das unsere Bedürfnisse besser befriedigen kann.

    gruss aus dem Rheinland von financezweinull.de

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    1. Hallo Boris,

      sag niemals nie ;-) Filialen, wie wir sie heute noch kennen, oder während unserer Ausbildung durchlaufen haben, wird es bald nicht mehr geben. Auch glaube ich nicht, dass die neuen Filialen erfolgreich unter dem Label einer Bank betrieben werden. Eher kann ich mir vorstellen, dass eine Art Kaufhaus, in Form eines Shop-In-Shop-Systems kommen wird. Ob dieses Kaufhaus, dieser Store dann noch unter der Regie einer Bank steht, wage ich zu bezweifeln. Das werden wir, die normale Lebenserwartung vorausgesetzt, noch erleben.
      Auf lange Sicht, da stimme ich dir zu, ist das Szenario des branchless banking durchaus plausibel, wie immer das jetzt konkret auch aussehen mag. Vielleicht in Form von Multi-Channel-Networks. Auch das könnte schneller eintreten, als wir derzeit vielleicht noch annehmen.
      Ob es dann aber gar keine physischen Räume der Begegnung zwischen Kunden und einer bankähnlichen Institution mehr geben wird? Da habe ich meine Zweifel. Die Zahl dieser "Begegnungsstätten" wird allerdings weit hinter der der heutigen Filialen zurückfallen.

      Viele Grüße aus Ostwestfalen

      Ralf

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