Donnerstag, 18. Dezember 2014

Regulierung in den Banken mal anders betrachtet

Von Ralf Keuper

Wer auf der Suche nach dem Spaßfaktor im Banking ist, den oder die führt der Weg wohl nur selten in die Gefilde der Regulierung. Eine trockene Materie, die noch dazu, so die weit verbreitete Meinung, lediglich Aufwand produziert. Kurzum: Eine lästige Pflicht.

Nur wenig Trost vermögen da die Worte zu spenden, die von Benjamin Franklin überliefert werden:
Nur zwei Dinge auf Erden sind uns ganz sicher: der Tod und die Steuer.
Übertragen auf das vorliegende Thema: Im Banking kann nach heutigem Stand ebenfalls als gesichert gelten, dass die Regulierung nicht verschwinden wird. Sie wird mal strenger, mal moderater ausfallen, bleiben wird sie dennoch. Dieser Ansicht ist auch Kasia Moreno in For The Financial Sector, Regulations Are Here To Stay und fügt dem noch hinzu: 
Time To Make The Best Of Them
Warum also nicht aus der Not eine Tugend machen, anstatt immer wieder, vergeblich, zu versuchen, den Aufwand so gering wie möglich zu halten oder das Problem schlicht zu ignorieren, nur um dann irgendwann von den Realitäten eingeholt zu werden, die dann häufig zu schnellen Lösungen führen, die teuer, dafür aber noch nicht einmal nachhaltig sind?

Es scheint, als wäre hier noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten, wie eine aktuelle vom Beratungshaus PPI durchgeführte Studie zeigt. Demzufolge sehen drei Viertel der befragten Banken kaum Nutzen in Regulatorikprojekten

In der Tat: Die Last der Regulierung nimmt stetig zu. Aus den USA wird berichtet, dass die Zahl neuer regulatorischer Bestimmungen allein im dritten Quartal diesen Jahres um 26 Prozent gestiegen ist. Da kommt kaum Freude auf.
Ein weitere, kürzlich vom Economist und SAP durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die größte Hürde für ein besseres Risikomanagement in einer schlechten Datenqualität bestehe.

Um den Banken einen Teil der Last bei der Umsetzung der Regulatorik zu nehmen, empfiehlt FICO den Einsatz von Implementierungsmodellen, die den Aufwand deutlich reduzieren (sollen).

Das könnte ein sinnvoller Ansatz/Weg sein. Eine Bank, die es schafft, hier an der Spitze der Entwicklung zu sein, schafft nicht nur dringend benötigte Freiräume für andere Projekte, sondern kann daraus im Idealfall einen strategischen Wert kreieren. 

Es gibt, so weit ich sehen kann, nur wenig Literatur zu dem Thema, die sowohl die fachliche wie auch die technische Seite berücksichtigt. Eine lobenswerte Ausnahme ist da das Buch Risikopublizität von Kreditinstituten. Integrative Umsetzung der Transparenzanforderungen von Dieter Weber. Daneben bzw. seitdem hat sich der Autor noch in weiteren Beiträgen mit der Thematik beschäftigt.

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