Donnerstag, 22. Januar 2015

Die Bank als Beratungs-Boutique

Von Ralf Keuper

Welche Möglichkeiten hat eine Bank, ihr Geschäftsmodell so zu gestalten, dass es den gestiegenen Erwartungen der Kunden und dem wachsenden Wettbewerbsdruck standhalten kann? Schnell dürfte da der Ratschlag kommen, die Bank möge ihr Geschäftsmodell digitalisieren, wie überhaupt sich einer Digitalen Transformation unterziehen. 

Gegen diesen Trend argumentiert Spiros Magaris in The Advisory Boutique: The Best Big Bank Service Provider Yet. Magaris skizziert darin die Grundzüge des Boutique-Ansatzes. Dieser versucht die Welt der Beratung mit der des Banking zu vereinen. Unter dem Dach der Beratungs-Boutique finden sich Consulting , Private Banking und Investmentbanking zusammen. Die Berater arbeiten, sofern ich es richtig interpretiere, weitgehend unabhängig von den Weisungen, Verfahren und Anreizsystemen der Banksparte und können die Kunden demnach objektiv beraten. 
Laut Magaris würden beide Seiten, sowohl die Berater als auch die Banken von dieser Zusammenarbeit profitieren, da hier das Beste aus beiden Welten zusammen kommt. 

So weit, so gut. Der Ansatz ist jedoch nicht so neu und originell, wie Magaris anzunehmen scheint. Die ersten konkreten Vorschläge in dieser Richtung machte bereits Jürgen Ponto, der vor der künftigen Berufsbezeichnung Consulting Financial Engineers sprach. Noch weiter in die Vergangenheit reicht das Geschäftsmodell von Lloyds of London, die wohl als Erfinderin des Boutique-Ansatz im Finanzwesen gelten kann. 

Den Boutique-Ansatz wendet die Investmentbank Lazard bereits seit Jahren an. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht auch zum Limited Purpose Banking

Weitaus interessanter ist m.E. die Frage, ob man den Boutique-Ansatz auf das Massengeschäft übertragen kann, z.B. in Gestalt der Bank als digitaler Plattform



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