Sonntag, 22. März 2015

"Montecristo" - spannender Finanzthriller von Martin Suter

Von Ralf Keuper

Martin Suter ist mit Montecristo erneut ein Roman gelungen, der sich mit den krisenhaften Symptomen der Gesellschaft auf elegante Weise auseinandersetzt. Im Kern geht es bei diesem Finanzthriller um eine von anarchistischen Tendenzen durchzogene internationale Finanzwelt. 



Suters dreiteilige These: weil alle genauso weitermachen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Bankenkrise kommt. Und weil der Staat die Finanzinstitute nicht noch einmal retten wird, scheuen sie vor keinem Mittel zurück. Doch weil alle darin verstrickt sind, wird Wirtschaftskriminalität irgendwann zur Staatsräson erklärt. Suter hat einen Kriminalroman geschrieben, der alle Kriminalromane in sich vereint. Die Behauptung, dass es kein Verbrechen gebe, wenn es keiner mehr beim Namen nennt, das, so Suter, ist das größte Verbrechen von allen.
Beraten haben Suter während seiner Recherche u.a. Peter Siegenthaler, Ex-Chef der Eidgenössischen Finanzverwaltung und Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse. 

Befragt nach der Zusammenarbeit, sagt Suter in einem Interview mit der SZ vom 21./22. Februar 2015:
.. meine Berater sind keine Leute, die aus dem Nähkästchen plaudern. Da ging es um Technisches und Atmosphärisches. Sie haben die Voraussetzung akzeptiert, dass es sich um Fiktion handelt, die möglichst realistisch sein soll.  
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