Donnerstag, 12. März 2015

Zeitenwende im Investmentbanking?

Von Ralf Keuper

Den Geldhäusern scheint die Lust am Investmentbanking zu vergehen. Folge davon ist ein breitflächiger Rückzug. Die Meldungen von Finanzinstituten, die ihre Investmentbanking-Abteilung drastisch zurückfahren, überschlagen sich beinahe. Vor allem in Großbritannien, dem Heimatland des Investmentbanking, ziehen die Banken die Reißleine. Das Modell der Universalbank, welche die ganze Bandbreite von Finanzdienstleistungen weltweit anbietet, scheint überholt. Der Economist führt in The giants of global finance are in trouble mehrere Gründe an. Nicht nur die schärfere Regulierung macht das Geschäftsmodell einer Universalbank zunehmend unattraktiv. Hinzu kommen weitere:
  • First, these giant firms proved hard to manage. Their subsidiaries struggled to build common IT systems, let alone establish a common culture.
  • Second, competition proved to be fiercer than expected. The banking bubble in the 2000s led second-rate firms such as Barclays, Société Générale, ABN Amro and Royal Bank of Scotland (RBS) to expand globally, eroding margins ... The global giants also lost market share in Asia to so-called “super-regional” banks, such as ANZ of Australia and DBS of Singapore
Weiterer Wettbewerbsdruck kommt durch die sog. Non-Banks, wie Ant Financials, Tencent und PayPal, die ihre Aktivitäten im Banking stetig ausbauen. 

Einige Beobachter sehen in dem Rückzug der großen Banken aus dem Investmentbanking eine Chance für die Häuser, die weiterhin daran festhalten, allen voran die Deutsche Bank. In der NZZ ist der Rat zu lesen, die verbliebenen Investmentbanken sollten keine zu tiefen Einschnitt vornehmen, der Mut könne sich auszahlen.

Nun ja. Wie die Finanzkrise gezeigt hat,  hat es den Banken an Mut wahrlich nicht gefehlt. 

Nach wie vor gilt nach Peter L. Bernstein die Grundregel der Investmenttheorie:
Man kann keine großen Gewinne erwarten, ohne das Risiko großer Verluste einzugehen. 
Wenn eine Bank bereit und in der Lage ist, mögliche Verluste selber zu tragen, ist dagegen aus betriebswirtschaftlicher Sicht zunächst nichts einzuwenden ...

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