Dienstag, 28. April 2015

Pay Direkt: Schon jetzt ein Rohrkrepierer?

Von Ralf Keuper

Nachdem die Sparkassen sich dazu durchgerungen haben, nun doch an dem gemeinsamen Bezahlverfahren des Deutschen Kreditverbands, Pay Direkt, teilzunehmen, haben sich die Aussichten, einen PayPal-Konkurrenten an den Start zu bringen, auf den ersten Blick deutlich verbessert. 

Zumindest bei CHIP teilt man diesen Optimismus so nicht, wie aus dem Beitrag Deutscher PayPal-Konkurrent: Sparkassen unterstützen Service ohne Vorteil hervorgeht. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass die neue Lösung keinen Mehrwert für Kunden und Händler bringe. Weder biete Pay Direkt Ratenzahlungen noch Geldtransfers zwischen den Nutzern. Das Ziel bestehe allein darin, die Geldströme mit den dazugehörigen Daten im eigenen Kreislauf zu behalten. 

Wieder einmal, so CHIP Online, verschlafe die deutsche Wirtschaft eine wichtige Entwicklung, weshalb sie sich nicht zu wundern braucht, wenn Apple, Google, facebook und PayPal den Markt in Deutschland unter sich aufteilen werden. 

Was die Lage nicht besser macht, ist, dass die neue Gesellschaft mit dem klangvollen Namen GIMB sich noch in der Gründungs- bzw. Anfangsphase befindet. Ohnehin dürfte es viel Anstrengung kosten, die verschiedenen Seiten (Geschäftsbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken) mit ihren unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Nimmt man dann noch die verschiedenen Technologiewelten hinzu, aus denen die Vertreter stammen, wird die Aufgabe nicht kleiner. 

Vor diesem Hintergrund erscheint die Ansage, bis Ende des Jahres eine Lösung vorzeigen zu können, die es mit PayPal aufnehmen kann, schon recht ambitioniert. 

Wer so trommelt, muss auch liefern. 

Schaun mer mal. 



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