Samstag, 16. Mai 2015

Banking: Die Ankunft der digitalen Keiretsus

Von Ralf Keuper

Bislang werden Apple, Amazon, Alibaba und Google (auch von mir) häufig als "Digitale Ökosysteme" bezeichnet. Gemeint ist damit in etwa, dass die Internetkonzerne einen Verbund verschiedener Branchen repräsentieren, wie Produktion (Smartphones, Tablet PCs, Smart Watches etc.), Handel (E-Commerce), Mobilität (autonome Autos), E-Health, Unterhaltung (Film, Videos, Spiele) und Banking. Die Verwendung des Begriffs bzw. der Metapher "Digitales Ökosystem" impliziert, dass es sich hierbei um einen Verbund gleichberechtigter Teile handelt, die friedlich nebeneinander existieren und gemeinsam für den Fortbestand von Flora und Fauna sorgen - fast schon idyllisch. 

In meiner aktuellen Bankstil-Kolumne Banking: Die Ankunft der digitalen Keiretsus – Alibaba/Ant Financials, SoftBank, Tencent, Baidu, … im IT-Finanzmagazin versuche ich darzulegen, weshalb ich die Bezeichnung "Digitales Ökosystem" mit Blick auf Amazon, Alibaba & Co. für nicht mehr geeignet halte. Als Keiretsu werden in Japan Verbünde großer Unternehmen unterschiedlicher Branchen verstanden. Der Zusammenhalt verdankt sich dabei nicht selten familiärer oder familienähnlicher, informeller Verbindungen. Die größten und bekanntesten Keirestsus sind Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. 

Diese werden abgelöst durch die digitalen Keiretsu, wie Alibaba, SoftBank, Amazon und Apple. Für die Banken bedeutet dies auf Dauer den Verlust weiter Teiler ihres Stammgeschäfts.

Von dieser Entwicklung betroffen sind auch die klassischen Keiretsu, wenngleich die Bankingsparte derzeit einigen Anlass zur Freude gibt, wie Japanmarkt in Megabanken: Auslandsgeschäft macht sich bezahlt berichtet. Dagegen bereitet der Rohstoffhandel den Kreitsus einige Sorgen, wie ebenfalls Japanmarkt in Japans Handelshäuser – mit Rohstoffen verspekuliert schreibt. 

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