Freitag, 8. Mai 2015

New Banking: Der Aufstieg der Anderen

Von Ralf Keuper

In meiner aktuellen Bankstil-Kolumne Machtverschiebung im Banking: Der Aufstieg der anderen im IT-Finanzmagazin geht es um das sich anbahnende, neue Kräftegleichgewicht im Banking, das in dieser Form in der Bankgeschichte einmalig ist. 

Nach wie vor, sind zahlreiche Kommentatoren davon überzeugt, dass die Banken dem Ansturm durch die Digitalisierung im Großen und Ganzen stand halten werden, wenngleich eingeräumt wird, dass die guten alten Zeiten der hohen Margen vorbei sind. Dafür ist der Konkurrenzdruck inzwischen zu groß. Da es beim Banking im Kern jedoch noch wie vor um die Fristentransformation geht, bleiben Banken auch künftig in ihrer Rolle als Finanzintermediär e unabkömmlich. 

Übersehen wird dabei, dass es sich nicht nur um einen digitalen, sondern vor allem auch um einen medialen Wandel des Bankgeschäfts handelt, der dazu führt, dass die Rollen neu verteilt werden. Daten und Information sind heute - mehr noch als bisher - der Kernbestandteil des Banking. Banken sind letztlich nichts anderes als Informationsverarbeiter und damit in gewisser Weise auch Medienkonzerne. Geld wird nicht umsonst als Medium bezeichnet.

Insofern ist die Verschiebung weiter Teile des Bankgeschäfts in die Kanäle der sog. Digitalen Ökosysteme, wie Apple, Amazon und Google die eigentliche Bedrohung für die Banken. Wer im Vergleich zu seinen Mitbewerbern über die geringere Reichweite im Netz, über weniger Datenmengen verfügt, sitzt am kürzeren Hebel. Ob Bank oder Nicht-Bank.

Der Aufstieg der Anderen ist nicht mehr aufzuhalten. Es geht künftig für die Banken vor allem darum, sich auf ihr Kerngeschäft zu besinnen, das längst nicht nur im Darlehensgeschäft besteht. Es geht letztlich um ihre Rolle als verlässlicher und diskreter Treuhänder der Vermögenswerte der Kunden in der Digitalmoderne. 

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