Mittwoch, 29. Juli 2015

Die Digitalen Ökosysteme vor der Machtübernahme im Banking: Eine Chronologie

Von Ralf Keuper

Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat sich innerhalb der letzten achtzehn Monate ein Stilwandel im Banking vollzogen, der die Branche, meiner Überzeugung nach, in den nächsten Jahren vor die größte Herausforderung ihrer Geschichte stellen wird. Treiber dieses Wandels sind die sog. Digitalen Ökosysteme, wohinter sich die großen Internetkonzerne Apple, Google, Samsung, facebook, Alibaba, Softbank und noch weitere verbergen. Ihnen kam und kommt der Umstand entgegen, dass die meisten Kommentatoren und Bankenvertreter sich, was den Wandel der Branche betrifft, auf die zahlreichen FinTech-Startups konzentrieren bzw. fixieren. Unterdessen können die Internetkonzerne ihre Claims ausdehnen. Wenn wir die Entwicklung, allein der letzten achtzehn Monate, fortschreiben, dann steht den Banken in den nächsten Jahren noch einiges bevor.

Auf diesem Blog habe ich die schleichende Machtübernahme im Banking durch die Digitalen Ökosysteme in mehreren Beiträgen beschrieben. Dieser Stilwandel ist weniger das Ergebnis technologischer Innovationen oder ultimativer "Killer Apps", sondern vielmehr Folge einer Vielzahl gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen, deren wirkungsmächtigstes Merkmal jedoch der Medienwandel bzw. die veränderte Mediennutzung ist. 
Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, eher schon ihre Folgen. Die Banken werden ihre Rolle neu überdenken müssen. Das Modell der Universalbank durch diesen Stilwandel retten zu wollen, wird und kann m.E. nicht mehr gelingen. Neue Denkmuster sind nötig. 

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