Donnerstag, 30. Juli 2015

Fintech: Wenn die Disruptoren disrupted werden

Von Ralf Keuper

Die FinTech-Startups sind derzeit die Lieblinge der Branchenbeobachter, seien es Berater oder Medienvertreter. Nicht wenige sind überzeugt, dass die FinTech-Startups das Gesicht der Branche entscheidend verändern, disrupten, werden.

Das Problem daran ist nur, dass diese Annahme, ganz abgesehen davon, ob die FinTech-Startups wirklich die ultimative Bedrohung für die Banken sind, von einer weitgehend isolierten Bankenwelt ausgeht. 

Themen wie Industrie 4.0, Connected Cars und Internet of Things deuten darauf hin, dass das Banking demnächst nur ein weiterer Bestandteil eines größeren Komplexes sein wird. Insofern werden FinTech-Startups auf absehbare Zeit mit anderen Startups aus dem Umfeld der Industrie, des Handels und der Medien konkurrieren. Denn, anders als es vielleicht manchmal den Anschein haben mag, betreiben die FinTech-Startups keine Rocket Science. Für die Abwicklung greifen sie fast durchweg auf die Infrastruktur der Banken zurück. Ohne diesen "Service", den sie obendrein recht günstig bekommen, wären sie nicht überlebensfähig.

Warum also sollten andere Startups aus dem Umfeld der Industrie und des Handels nichts Vergleichbares auf die Beine stellen können? Wer es schafft Autos, Maschinen und Kühlschränke miteinander kommunizieren zu lassen, der wird wohl kaum vor den Anforderungen des Bankgeschäfts vor Ehrfurcht erstarren, womit nicht gesagt ist, dass es trivial wäre. 

Jedenfalls ist kaum davon auszugehen, dass die Entwicklung hin zu digitalen Plattformen vor dem Banking und damit vor den FinTech-Startups Halt machen wird. Die Verbreitung der Blockchain-Technologie wird diesen Trend m.E. noch verstärken. 

Natürlich könnten auch FinTech-Starups ihren Radius ausdehnen. 

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