Freitag, 17. Juli 2015

Persönliche Datenbörsen für jeden?

Von Ralf Keuper

In einem Interview mit der taz äußerte sich der Physiker und Soziologieprofessor an der ETH Zürich, Dirk Helbing, u.a. zu den Einsatzmöglichkeiten persönlicher Datenbörsen:

Jeder Mensch sollte so etwas wie eine persönliche Datenbörse besitzen, in die alle Daten einfließen, die irgendwo über ihn gesammelt werden. Unternehmen, die Daten sammeln, müssten verpflichtet sein dem Bürger regelmäßig mitzuteilen, welche Daten sie über ihn haben. Und dann entscheidet der Bürger selbst, was damit gemacht werden darf, ob und wofür er die Daten freigibt ...
Jeder kann .. mit seiner Datenbörse selbst bestimmen, welche Daten er freigibt. Es wird wohl die Geheimdienste nicht ganz überflüssig machen, aber es gäbe mehr Transparenz, auch hinsichtlich der Qualität der eingesetzten Datenanalysemethoden.
Nachdenkenswert auch seine Anmerkungen zu einem europäischen Bürgernetzwerk:
Europa könnte eine Vorreiterrolle spielen, wenn es darum geht, Daten offen und transparent zu sammeln. Partizipation meint auch, dass die Bürger das Internet der Dinge selbst mit gestalten – als Bürgernetzwerk, in dem sie selbst in ihrem Umfeld entscheiden, wo welche Sensoren verteilt werden
In der Summe gehen die Gedanken Helbings in Richtung der Digital Identity 3.0, wie sie u.a. von der Global Identiy Foundation (GIF) propagiert wird. Jedenfalls wären Lösungen, wie die von GIF aber auch anderer, wie K3112 , das Personal Data Ecosystem Consortium oder das Project Danube wichtige Schritte hin zu dem Ziel der weitestgehenden Datensouveränität der Nutzer.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen