Montag, 6. Juli 2015

Und täglich grüßt die iBank

Von Ralf Keuper

Zu den beliebtesten Fragen im Banking zählt die, ob und wann die iBank, also die Apple-Bank, die Bühne betritt. Hin und wieder wird die Frage auf Google oder facebook ausgedehnt. 

Es scheint für viele Kommentatoren eine zwingende Logik zu bestehen, dass Apple über kurz oder lang als Bank auftreten wird. Die Möglichkeiten dazu bestehen allemal - technisch, organisatorisch und finanziell. Nur - warum kann sich Apple zu diesem Schritt bis heute nicht durchringen?

Das hat gute Gründe.

Eigentlich könnte ich es bei dem Hinweis auf die Beiträge belassen, die ich zu dem Thema auf diesem Blog veröffentlicht habe:
Aktuell besteht für Apple & Co. kein Anlass, von ihrer (indirekten) Strategie abzuweichen und sich dem Zugriff der Regulierung, wie sie eine "echte" Bank erfüllen muss, so weit wie möglich zu entziehen. Stattdessen ergibt es betriebswirtschaftlich mehr Sinn, die Infrastruktur der Banken zu nutzen. Deren Aufbau, Wartung und Weiterentwicklung ist auch für Apple & Co. alles andere als trivial. 

Eine gute Einschätzung gibt der aktuelle Beitrag Apple becoming a bank? Don't count on it, wenngleich ich nicht allen Punkten zustimme. Der Tenor jedoch ist m.E. zutreffend. 

Was auch der Beitrag unerwähnt lässt ist, dass Apple & Co. derzeit Digitalen Plattformen errichten, denen sich auch die Banken nicht entziehen können. Dafür ist Apple Pay nur ein Beispiel. 

Widerspruch auch hier: 
But most of this innovation is coming from the banks themselves. Lenders have developed technology to provide mortgage advice via video calls, pay in cheques via smartphones and log in to internet banking with fingerprint recognition.
Lassen wir es dahin gestellt, ob die Banken tatsächlich so innovativ sind, so zeigt das Beispiel Apple mit seiner Meisterschaft in der Disziplin der Systeminnovation, dass die effektivsten Neuerungen diejenigen sind, die möglichst viele Teile (Infrastruktur, Technologien, Inhalte, Logistik, Produkte) umfassen. Diese Disziplin beherrschen die Banken, auch wenn sie in Verbünden agieren, nur unzureichend. 

Eine iBank als Vollbank ist hierfür bis auf weiteres nicht nötig. 

Update: Im Gegensatz dazu argumentiert der Beitrag 'Bank of Apple' Moves Closer With New Patent To Kill PayPal, Square, dass die iBank - wieder einmal - nur noch eine Frage der Zeit ist. Eine iBank im Sinne einer Universalbank, die der Regulierung im vollen Umfang unterliegt, kann m.E. nicht das Ziel von Apple sein. Wohl aber, so viel Geschäft wie möglich auf seine Plattform zu lenken, ohne die Regulierung in der Weise erfüllen zu müssen wie "echte" Banken. 

Weitere Informationen:

Could Apple be your next bank?

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