Samstag, 26. September 2015

Market Place Lending: Tücken eines Geschäftsmodells

Von Ralf Keuper

Bereits gestern war auf diesem Blog das P2P Lending ein Thema. Es zeigt sich immer mehr, dass die Hoffnungen, die sich an diese Form der Darlehensvergabe geheftet haben, an der harten Realität des Marktes zu zerschellen drohen. Weitere Bestätigung findet dieses Annahme durch den Beitrag Der Aufstieg von Fintech. Wenn David und Goliath gemeinsame Sache machen. Allerdings ist der Titel ein wenig irreführend, da in dem Artikel ausschließlich das Fintech-Segment P2P-Lending behandelt wird. Dabei zieht der Autor einen Vergleich mit der Situation vor Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008. Zu Recht weist er auf die hohe Regulierungsdichte im Bankenmarkt hin, was eine direkte Übertragung der Erfolgsprinzipien anderer Branchen stark einschränkt. Dieses Hindernis würden jedoch findige Unternehmen durch die Konstruktion von Finanzinnovationen umgehen. Am Beispiel von Lending Club und seiner Zusammenarbeit mit drei weiteren Finanzinstitutionen (Citigroup, Varadero Capital, WeBank) während der Kreditvergabe, weist der Autor auf einige Widersprüche in dem Geschäftsmodell hin, die nach rein ökonomischen Kriterien die Profitabilität beeinträchtigen. Es sind schlicht zu viele Stellen involviert, die mit verdienen wollen. Das wiederum bildet einen Kontrast zu dem ursprünglichen P2P-Modell, das ja die Finanzintermediäre umgehen wollte. Alles in allem scheint sich auch bei diesen Finanzinnovationen die alte Investmentregel zu bewahrheiten, die Peter L. Bernstein gerne vorbrachte:
Man kann keine großen Gewinne erwarten, ohne das Risiko großer Verluste einzugehen

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