Dienstag, 22. September 2015

Silicon Valley und Fintech nicht kompatibel?

Von Ralf Keuper

Der Esprit des Silicon Valley macht auch um die stark regulierte Bankenbranche keinen Bogen. Nach bewährtem Prinzip, d.h. mit Schnelligkeit und unter Einsatz der neuesten Technologien, soll auch diese Bastion geschliffen werden. Erste "Erfolge" sind bereits sichtbar, wie allein die Zahl der FinTech-Startups weltweit zeigt.

Einige jedoch wollen nicht so recht in den Jubelgesang einstimmen, wie Dusty Wunderlich in Silicon Valley could be ruining fintech. Das entspannte Verhältnis der Startup-Branche im Silicon Valley zu Fragen der Regulierung, so der Autor, sei beim Einritt in Märkte, wie dem Energiesektor, bereits mehrfach von der Realität eingeholt und als Folge davon einer Ernüchterung gewichen. Um so mehr gelte dies für die Bankenbranche. Vor diesem Hintergrund sei die Anmeldung von facebooks neuestem Patent, das eine Bewertung der Kreditwürdigkeit von Personen auf Basis der Daten des sozialen Netzwerkes ermöglicht, von besonderer Brisanz, so der Autor.

Meiner Ansicht nach werden die Auswirkungen der Patentanmeldung überschätzt, wie ich in Ein Facebook-Patent sorgt für Verwirrung geschrieben habe. Facebook ist bzw. wäre nur die Spitze des Eisbergs. 

Erfolgreiche "Disruption" im Banking kommt nach Ansicht von Wunderlich nicht ohne Berücksichtigung regulatorischer Fragen aus, ja bedinge sie geradezu. Dass Wunderlich mit seiner Warnung nicht ganz falsch liegt, zeigte kürzlich ein Interview mit Carsten Maschmeyer, in dem dieser von Defiziten einiger FinTech-Startups bei Fragen der Regulierung berichtete.

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