Freitag, 9. Oktober 2015

Was Apple, Amazon, Google & Co. wirklich im Schilde führen

Von Ralf Keuper

Auf finews.ch spekuliert man darüber, was Apple mit Blick auf den Schweizer Mobile Payment-Markt tatsächlich im Schilde führt. Bisher ist Apple Pay noch nicht in der Schweiz angekommen, so dass die heimischen Anbieter wie Paymint noch weitgehend ungestört ihre Expansion voran treiben können. 

Sobald aber Apple Pay in der Schweiz verfügbar ist, werde sich eine neue Situation einstellen, da Apple nicht nur mit einer weiteren mobilen Bezahllösung den Markt betreten wird, sondern gleich ein komplettes Ökosystem damit verbundener Dienstleistungen platzieren wird, wie einige Patente der letzten Zeit suggerieren. 

Die Banken sollten die Zeit nutzen, um ihrerseits mit innovativen Lösungen die Abwanderung der Kunden aufzuhalten. 

Symptomatisch für Beiträge wie diesen ist die richtige Diagnose, die dann aber nicht zu neuen Behandlungsmethoden rät, sondern auf altbewährte Hausrezepte vertraut. 

Mit technologischen Innovationen hätten die Banken vielleicht noch vor zehn Jahren die Kunden auf ihre Plattformen ziehen können. Allein, sie haben es unterlassen. Nun ist es schlicht zu spät dafür, da die Infrastruktur, der Zugang zu den Kunden von den großen Internetkonzernen dominiert wird. Die Banken sind technologisch bereits jetzt schon so von Apple, Google, facebook und Samsung abhängig, dass sie gar nicht mehr in der Position sind, in ernsthafte Konkurrenz zu den Unternehmen zu treten, ohne deren Software, Hardware und Soziale Netzwerke sie nicht mehr an der Kundenschnittstelle wahrgenommen werden. All das wäre zu verkraften, wenn, wie gesagt, die genannten Unternehmen keine Mitbewerber wären - das sind sie aber. 

Warum also sollten Apple, Amazon & Co. die Banken in ihr Geschäft lassen, warum sollten sie davon Abstand nehmen, noch immer mehr Geschäft auf ihre Plattformen zu lenken, die ja nicht nur Banking anbieten, das ist sogar der geringste Teil, sondern auch Spiele, Entertainment, Informationen, E-Commerce, Messaging-Dienste und demnächst auch Autos?

Sicherlich werden Apple & Co. nicht so weit gehen, die Banken vollständig aus dem Markt zu verdrängen. Wozu auch? Für die Transaktionsabwicklung und die Einhaltung der regulatorischen Bestimmungen erfüllen sie ihren Zweck. 

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