Freitag, 23. Oktober 2015

Wir fassen den Begriff Fintech noch zu eng

Von Ralf Keuper

Eine der größten Gefahren für Fintech besteht m.E. in der Verkürzung des Begriffs, d.h. Fintech bezieht sich noch zu sehr auf das (klassische) Banking. Im Grunde geht es derzeit darum, die Banken in bestimmten Funktionen zu übertreffen, um dann eines Tages mit ihnen zu kooperieren oder von ihnen übernommen zu werden, was völlig legitim ist. 
Jedoch führt diese Betrachtungsweise dazu, dass Fintech sein Potenzial begrenzt und seine Funktion als Querschnitttechnologie oder "Brückentechnologie" verkennt. Ebenso wie einige andere, bin ich der Auffassung, dass die Zukunft von Fintech und des Banking nicht mehr ohne die Entwicklungen im Bereich des Online-Handels wie auch des Internet of Things gedacht werden kann. Beispielhaft dafür ist der Beitrag The Internet of Things in the financial services industry.

Auf diesem Blog wurde das Thema bereits in mehreren Beiträgen behandelt:
Vor einiger Zeit habe ich mich  in FinTech als neue Schlüsseltechnologie mit der Thematik beschäftigt:
FinTech kann also der Grundstein für den Aufbau einer Infrastruktur sein, die noch ganz andere Bereiche umfassen kann.

Eine weitere Schlüsseltechnologie ist, wie schon angedeutet, die Blockchain. Die Blockchain könnte tatsächlich eines vielleicht nicht mehr allzu fernen Tages die Basistechnologie bzw. das Leitmedium der Digitalmoderne sein.
Ob die Blockchain die Erwartungen erfüllen kann, bleibt dahin gestellt. Jedoch zeichnet sich ab, dass die Wirtschaft 4.0 eine entsprechende Finanzinfrastruktur benötigt. Diese wiederum muss keinesfalls von den Banken stammen. Diese denken diese noch viel zu sehr in den Kategorien der klassischen (Universal-) Bank. Fintech-Unternehmen, die ihren Radius, ihren "Scope" nicht auf das herkömmliche Banking beschränken, wie aktuell Stripe und Ayden, haben gute Chancen eine Schlüsselfunktion in dieser Schlüsseltechnologie zu übernehmen. 

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