Mittwoch, 23. Dezember 2015

Social Trading: Das neue eToro (Interview)

Die Social Trading - Plattform eToro ist vor kurzem relauncht worden. Die Plattform, die nach eigenen Angaben weltweit 5 Millionen registrierte Nutzer zählt, darunter eine große Anzahl im deutschsprachigen Raum, erhofft sich von dem neuen Design weiteren Kundenzuwachs und den Ausbau seiner Marktführerschaft. 
In einem Interview mit Bankstil (BS) gab Nadav Avidan, Head of Communications bei eToro, nähere Auskunft darüber, weshalb sich eToro zu dem Relaunch veranlasst sah, was das Unternehmen sich davon verspricht, wie man dort das Marktpotenzial von Social Trading einschätzt und wo eToro in fünf Jahren stehen will.  

BS: Was ist das Besondere an eToro?

eToro: eToro ist das weltweit führende Social Trading Netzwerk. Wir revolutionieren die Art auf die Menschen online mit Wertpapieren handeln und ermöglichen unseren Nutzern, miteinander zu kommunizieren, sich gegenseitig zu folgen und Investmententscheidungen zu kopieren. So können sie besser informierte Investments treffen und sich das Wissen und die Erfolge anderer zunutze machen.

BS: Was war der Grund für den Relaunch und was hat der Kunde davon?

eToro: Wir haben die Plattform komplett verändert, um OpenBook und Webtrader in einer einheitlichen User-Experience auf dem neuen eToro zusammenzuführen. Mit beidem waren wir zuletzt sehr erfolgreich, aber unser Ziel ist es den Nutzern die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Es war für uns ein logischer Schritt, alles auf einer Plattform zu vereinen – Tradinginstrumente, soziale Aspekte und die Möglichkeiten zur Analyse.

BS: Womit verdient eToro Geld?

eToro: eToro wird über einen Anteil am Bid/Ask-Spread der Trades auf der Plattform beteiligt. Dieser Anteil ist deutlich niedriger als übliche Gebühren von Onlinehändlern oder Banken. Unser Anteil wird durch die Differenz der Preise von Verkäufer und Käufer (hierbei handelt es sich um die Kommission, die der Vermittler beiden Seiten berechnet). Zum Bespiel wäre bei einem Verkaufsangebot von 1.2636 und einem Kaufangebot von 1.2638 die Differenz 2 Pips.

BS: Versteht sich eToro eher als Finanzdienstleister oder als reines Fintech-Unternehmen?

eToro: eToro ist beides. Wir sind ein Fintech Startup, das seinen Nutzern einen sozialen Tradingservice bietet, damit sie vom Wissen der anderen profitieren.

BS: Wie ist das Verhältnis zu den Banken - sieht sich eToro als direkter Mitbewerber oder als Partner?

eToro möchte die Welt des Trades umwälzen, weil wir glauben, dass Social Trading zukünftig eine Schlüsselrolle im Bereich Personal Finance spielen wird. Social Trading auf eToro wird zumindest einen Teil der heutigen Dienstleistungen von Banken und Pensionsfonds ersetzen. Also stehen wir in der Tat in Konkurrenz – allerdings nicht im Hinblick auf alle Finanzdienstleistungen. Wir konzentrieren uns auf Tradefinanzen und persönliche Anlagen. Banken wie z.B. die Commerzbank sind in uns investiert – also kann man unser Verhältnis durchaus auch als Partnerschaft sehen: die Banken erkennen, dass wir ihr Serviceportfolio ergänzen und eine Zielgruppe ansprechen, die sie alleine nicht erreicht hätten.

BS: Worin unterscheidet sich eToro von anderen Social Trading - Anbietern?

eToro: eToro kombiniert Verlässlichkeit und Professionalität mit einem Web 2.0 Ansatz, der sich von dem unserer direkten Konkurrenten unterscheidet. Wir bieten unseren Nutzern ein innovatives Interface, das leicht zu bedienen ist und es ermöglicht, sich umgehend Tradegeschick aneignen zu können. Außerdem legen wir großen Wert auf unsere Community mit Chats, Foren und Contests. eToro ermöglicht es, die Investmententscheidungen der anderen Mitglieder live und in Echtzeit nachzuvollziehen. Mit dem Einblick in das Portfolio und den Risikofaktor der anderen Nutzer kann man entscheiden, Trades zu „kopieren“, um ein personenbezogenes Portfolio zu erstellen. Die aktivsten und erfolgreichsten Trader unserer Community werden zudem mit monetären Vorteilen belohnt. Dieses Popular Investors Programm bietet unseren Mitgliedern größere Transparenz und mindert das Risiko, „here today, gone tomorrow“-Investoren zu kopieren.

BS: Was sind aus Ihrer Sicht die interessantesten Themen der nächsten Jahre im Bereich Geldanlage und Social Trading?

eToro: Das neue eToro, das gerade auf der Web Summit Konferenz in Dublin vorgestellt wurde, ist bahnbrechend für die Finanzindustrie, da es die Art, wie Millionen von Menschen weltweit ihre persönlichen Finanzen regeln, revolutionieren wird. Unser Ziel ist es, unseren Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sei, wofür wir laufend das Nutzererlebnis durch neue Features verbessern. Der Schlüssel zum Erfolg des Konzepts Social Trading wird sein, den Menschen online die gleichen Möglichkeiten wie bei traditionellen Händlern zu bieten. Dazu gehören Finanzinstrumente, Analyseanwendungen sowie Zugang zu verschiedenen Märkten und Produkten. Wir glauben, dass Popular Investors durchaus in die Rolle der heutigen Asset Manager hineinwachsen können. Manche Händler auf eToro sind durch das Copy-Trading-Prinzip bereits für riesige Investitionen verantwortlich und dies wird ihnen unweigerlich einen größeren Stellenwert in der Öffentlichkeit einräumen. Wir sehen jetzt schon, dass unsere Popular Trader in den Finanzmedien auftauchen – wer weiß, das Handelsblatt bezieht sich in einer Analyse vielleicht eines Tages auf einen unser bekanntesten Trader.

BS: Welche Rolle spielen dabei nachhaltige Anlageformen und wie will eToro daran partizipieren?

eToro: Wir geben keine aktiven Anreize für nachhaltige Investitionen, aber viele unserer Investoren achten bei Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitskriterien und unternehmerische Verantwortung. Das betrifft allerdings nicht nur Händler auf eToro, sondern darüber hinaus auch andere Akteure am Wertpapiermarkt, wie z.B. manchen Sovereign Wealth Fund. Daher glauben wir, dass sich dieser Aspekt bereits auf dem Markt etabliert hat und auch weiterhin wichtig sein wird.

BS: Wie wird eToro in fünf Jahren aussehen?

eToro: Wir erwarten, dass eToro weiter schnell wächst. In den letzten zwei Jahren ist die Anzahl der Nutzer auf mehr als fünf Millionen gestiegen. Wir expandieren fortlaufend in neue Märkte, sind gerade in Russland eingestiegen und haben jetzt den chinesischen Markt im Blick. Also werden wir in fünf Jahren nicht nur ein eToro mit mehr Anwendungsfunktionen und Tradingmöglichkeiten sehen, sondern auch eine viel reifere Plattform mit einer wirklich globalen Zielgruppe auf allen Kontinenten. 

BS: Herr Avidan, vielen Dank für das Interview

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen