Freitag, 8. Januar 2016

Banken-Infrastruktur wird weiter gebraucht, oder: Neue Züge statt neuer Gleise

Von Ralf Keuper

Das Banking benötigt in Zukunft statt neuer Gleise lediglich neue Züge. Das erfahren wir in dem Beitrag Banken: Digitalisierung erreicht nun auch Firmenkunden. Die Banken-Infrastruktur werde weiterhin benötigt. Es sei daher unwahrscheinlich, dass die Banken verdrängt werden. 

Dann ist ja alles gut.

Was an dem Szenario Bank als Infrastrukturanbieter so verlockend sein und Anlass zur Gelassenheit geben soll, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. 
Nebenei: Was, bitte schön, ist an der Banken-Infrastruktur noch so besonders, als dass sie auf Dauer nicht ersetzt bzw. von anderen Anbietern zur Verfügung gestellt werden könnte? 

Wer stellt denn inzwischen die Infrastruktur für das Banking - neben den Banken? Kann es sein, dass das die großen Internetkonzerne mit ihren Suchmaschinen, Betriebssystemen, Smartphones, Messaging-Apps und was sonst noch alles sind? Stichwort: Digitale Souveränität.

Warum sollten die Internetkonzerne in das Bankgeschäft einsteigen? In das Bankgeschäft, das der Regulierung unterliegt wohl nicht - warum auch? Sie werden ihre Strategie weiter verfolgen, so viel Geschäft wie möglich von den Banken in ihre eigenen Kanäle umzuleiten, ohne dabei der Regulierung im vollen Umfang zu unterliegen. Stichwort: Medienkonvergenz.

Die Banken bleiben als austauschbare Infrastrukturanbieter auch weiterhin wichtig. Ob das allerdings, wie bereits eingangs erwähnt, so erstrebenswert ist, sei dahin gestellt. Das bedeutet nämlich - zu Ende gedacht - auch, dass für Banken, wie wir sie heute noch kennen, kein Bedarf mehr besteht. 

Der Zug wäre dann abgefahren. Passend dazu: New Banking trifft Ted Levitt: In welchem Geschäft sind wir eigentlich?

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