Samstag, 9. Januar 2016

Was ist das Besondere an der Banken-Infrastruktur?

Von Ralf Keuper

In Diskussionen um die Zukunft der Banken begegnet einem häufig die Aussage, dass die Banken auch künftig noch eine entscheidende Rolle in der Wirtschaft spielen werden, alleine schon wegen der Banken-Infrastruktur, für die es keinen (gleichwertigen) Ersatz gibt. 

Kann man so sehen.

Woraus setzt sich die Banken-Infrastruktur zusammen und welche Funktionen davon sind so spezifisch, dass nur Banken in der Lage sind, sie zu betreiben? Weiterhin ist die Frage zu klären, welche Technologien eigentlich noch von den Banken selbst stammen, d.h. wie groß ist die Digitale Souveränität der Banken überhaupt?

Orientierung gibt u.a. das Positionspapier Digitale Souveränität von BITKOM. Die Digitale Souveränität verteilt sich dabei auf folgende Technologien/Services:
  • IT-Services
  • Software
  • Commuications Equipment Services
  • IT-Hardware
  • PCs, laptops and tablets
  • Handsets
  • Consumer Electronic
  • Semiconductors
  • Electronic Components
Jetzt muss eine Bank natürlich nicht damit anfangen, selber Mikroprozessoren und Unterhaltungselektronik herzustellen; was aber die anderen Bereich betrifft, ist es um die digitale Souveränität nicht allzu gut bestellt.
Bei den IT-Services sind die Banken sehr stark von externen Dienstleistern abhängig, auch in den eigenen Rechenzentren. Was die Software betrifft, fällt der Befund noch ernüchternder aus: Mit Ausnahme von Eigenentwicklungen, vor allem im Bereich Core Banking, ist die Abhängigkeit von Microsoft, Oracle, IBM und anderen sehr beachtlich. Hinzu kommen noch mobile Betriebssysteme wie Android und iOS. Gleiches gilt für die Hardware (Server, Geldautomaten, AKTs etc.) und die Kommunikationsinfrastruktur. Von Smartphones und Wearables ganz zu schweigen. 

Noch nicht berücksichtigt sind analytische Applikationen aus dem Bereich Big Data, Machine Learning und Virtuelle Assistenten. Nicht zu vergessen: Identifikationstechnologien (Biometrie, Digitale Identitäten).  Auch hier ist die Abhängigkeit groß, von Souveränität kann keine Rede sein. 

Bleibt die Frage: Was ist das Besondere an der Banken-Infrastruktur? Die Systeme zur Gesamtbanksteuerung, das Meldewesen (auch hier greift man auf externe Anbieter zurück), das Core Banking, Finanzinformationen (hier bestimmen Bloomberg und Thomson Reuters den Markt)? So viel ist das nicht mehr, was noch aus eigener Produktion kommt. Mit welchen Applikationen und Services könnten die Banken als Anbieter am Markt bestehen?

Kurzum: Was können die Banken, was andere - prinzipiell - nicht auch können? 

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