Samstag, 9. April 2016

Wie ein Glasbläser Square erfand und damit das Bankwesen ein Stück weit revolutionierte

Von Ralf Keuper

In seinem Buch Das Silicon Valley Mindset bringt Mario Herger zahlreiche Beispiele von Gründern, die auf einem - aus europäischer Sicht - unkonventionellen Weg neue Produkte oder Services kreierten. Dabei kam ihnen nicht selten der Umstand zu Gute, dass sie auf dem Gebiet, das sie ein Stück weit revolutionieren sollten, keine Experten, keine Fachleute waren; so wie der Glasbläser Jim McKelvey aus St. Louis. 

Als ein Kunde von McKelvey Glasarmaturen für 1.000 Dollar kaufen wollte, aber kein Bargeld bei sich führte, McKelvey wiederum keine Möglichkeit hatte, Kreditkarten anzunehmen, kam das Geschäft nicht zustande.
Das wurmte McKelvey so sehr, dass er beschloss, nach Alternativen zu suchen. Kurzerhand schrieb er sich bei einem der in den USA weit verbreiteten TechShops ein. Dort belegte er den Kurs für Elektronik und Plastikformung. In nur drei Monaten hatte McKelvey so viel Know How erworben, dass er den ersten Prototypen eines Kreditkartenlesers fertigstellte, den man an ein Smartphone anschließen und mittels einer App Geld abbuchen konnte. Zusammen mit seinem Freund Jack Dorsey, zu dem Zeitpunkt bereits Gründer von twitter, startete er 2009 das Unternehmen Square. 

Als das Produkt marktreif war, konnten Künstler, kleine Ladenbesitzer und jeder, der Zahlungen mittels Kreditkarten akzeptieren wollte, sich ohne großen Aufwand bei Square registrieren. Nach nur zwei Tagen bekamen sie den Gratiskartenleser zugesand und waren mit der vorinstallierten App in der Lage, Zahlungen über Kreditkarten anzunehmen. 

So kann es auch gehen ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen