Dienstag, 7. Juni 2016

In China lässt sich die Zukunft des Banking besichtigen

Von Ralf Keuper

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich in China die Konturen eines Banking herausbilden, in dem klassische Banken nur noch am Rande vorkommen, was dazu führt, dass sie langsam aber sicher aus dem Blickfeld der Kunden verschwinden. Diese Entwicklung wurde auf diesem Blog in mehreren Beiträgen behandelt, u.a. in: 
Angesichts der Tatsache, dass viele Chinesen kaum noch mit einer "echten" Bank bei der Abwicklung ihrer Finanzgeschäfte direkt in Berührung kommen, da sie die Dienste von Alipay (Alibaba), WeChat (Tencent) und anderer Internet-Payments-Anbieter in Anspruch nehmen, kommt das WSJ in The Future of Banking Is in China zu der Feststellung:
China’s giant technology companies are using their internet payment systems as a wedge into an array of money-management services, prying deposits and fee-generating business away from the country’s banks.
Besonders gut lässt sich der Stilwandel im Banking, wie er sich derzeit in China vollzieht, am Beispiel von Alipay ablesen. Das WSJ schreibt dazu: 
Increasingly, Alipay is peddling financial products alongside services such as taxi booking and noodle deliveries. Press the tile marked Yu’E Bao to park spare cash in an interest-bearing account or Ant Fortune to buy higher-yielding investments. A credit function aims to make it easier to weigh risks. The group’s MyBank, its new online-only bank, said this year it had issued 870,000 loans at an average amount around $6,100.
Nicht umsonst wirbt Alipay neuerdings damit, eine globale "lifestyle super app" zu sein. 

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten; und zwar wortwörtlich in Form des sog. Shadow Banking, das in China mittlerweile beachtliche Ausmaße angenommen hat.   

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