Mittwoch, 20. Juli 2016

Banking im Zeitalter Digitaler Identitäten #2

Von Ralf Keuper

Das Thema der Digitalen Identitäten wird von den Banken eher stiefmütterlich behandelt. Abseits der eigenen KYC-Prozesse ist die Frage, welches Potenzial sich hinter den digitalen Identitäten vielleicht noch verbirgt, von untergeordneter Bedeutung. 
Dennoch gibt es Gegenbeispiele, wie z.B. die BankID in Norwegen, die bereits seit 2004 zur Verfügung steht. Auf der Homepage heisst es kurz und knapp:
With BankID, your enterprise can identify 3.5 million Norwegians digitally. That means you can carry out secure transactions, establish and maintain good customer relations and enter into and sign binding agreements. Not only does BankID make things easier for your enterprise and your customers – it enables brand new business opportunities.
Weitere Vorreiter, neben Norwegen, sind Estland, Indien, Thailand und die Niederlande. Der indische Subkontinent besitzt mit Aahar nach Ansicht vieler Branchenbeobachter die beste Infrastruktur für digitale Identitäten weltweit. Inzwischen ist Aadhar Auslöser einer gar nicht mehr so stillen Banking-Revolution in Indien.  Um das Ziel der financial inclusion zu erreichen, ist die digital inclusion unabdingbar, wie es in You can’t have financial inclusion without digital inclusion heisst. 

Die eigentlichen Gatekeeper der digitalen Identitäten sind die großen Internetkonzerne, wie Google und facebook, die es ihren Nutzern ermöglichen, sich im Internet mittels Social Login zu legitimieren, die sog. Soft Authentification. Warum sollte es demnächst nicht möglich sein, sich mit seinem facebook-Account bei seiner Bank einzuloggen: Social banking: Would you log into your accounts via Facebook?. Dem stehen derzeit noch Bedenken um die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre entgegen. 

Das könnte sich ändern, wie Jacqui Hatfield in FinTech’s Eureka moment: What, how, when? schreibt: 
Generally people trust banks and a fear that they will not want to buy financial services from Facebook, Twitter, Google, or Amazon is conceivably why they have not entered the market already. However, it appears that customers are beginning to trust them more and a recent survey suggested that they would be prepared to buy financial services and products from them. In particular, at least until there is a huge security breach, customers are generally becoming less concerned about data privacy, believing it is a price to pay for the benefits offered by such sites as Facebook, Google, Twitter, and Amazon.
Man muss diese Interpretation nicht teilen, sowie man den Trend bezweifeln kann. Allerdings - so abwegig sind die Gedanken nicht. Ein Grund mehr, sich mit der Idee einer Personal Data Bank intensiv zu beschäftigen. 

Weitere Informationen:

Banking im Zeitalter Digitaler Identitäten

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