Montag, 8. August 2016

Anmerkungen zum Schattenbankensystem in China

Von Ralf Keuper 

Das Schattenbankensystem in China ist seit geraumer Zeit Gegenstand kritischer Berichte. Für nicht wenige Beobachter stellt die Verbreitung des sog. Internet Financing mittlerweile eine große Gefahr für das chinesische Finanzsystem dar. In dem Beitrag Internet Finance in China habe ich mich mit dem Thema vor einiger Zeit beschäftigt; später in Wird das Schattenbankensystem langsam systemrelevant? noch ein weiteres Mal. 
Die Frage ist berechtigt, ob ein großer Teil der Finanzgeschäfte relativ schwach reguliert bleiben kann, ohne dass daraus große Probleme für die chinesische Volkswirtschaft entstehen. Lesenswert und informativ in dem Zusammenhang ist die Studie The Future of Shadow Banking in China.

Einen guten Überblick über das Schattenbankensystem in China gibt der Kurzfilm vom WSJ aus dem Jahr 2014. Die Kernaussagen gelten noch immer.



Internet Finance vor Konsolidierung 

Der aktuelle Beitrag China: Fintech-Industrie erreicht gefährliches Ausmaß erwähnt die aktuelle Studie von McKinsey Disruption and connection: Cracking the myths of China Internet finance intervention. Mittlerweile würden, in einer Art Goldgräberstimmung, viele branchenfremde bzw. unerfahrene Anbieter in das Bankgeschäft drängen. Es werde in den nächsten Jahren zu einer Marktkonsolidierung kommen.

Noch vor zwei Jahren gingen die Vertreter der klassischen Banken in China nicht davon aus, dass das Internet Financing große Auswirkungen auf ihr Geschäft und ihre Marktstellung haben werde. Das hat sich definitiv geändert. 

Schattenbankensystem erreicht mit AMP eine neue Dimension

Besonders kritisch wird der Einsatz sog. Asset Management Plans (AMP) in China bewertet, wie sie aktuell bei der Beteiligung von Baoneng an Vanke zum Einsatz kommen, worüber Bloomberg in Hostile Raid on China Developer Flashes Shadow-Banking Warnings berichtet. 

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