Mittwoch, 26. Oktober 2016

Deutsche (Groß-)Banken: Nicht so langlebig, wie man glaubt

Von Ralf Keuper 

Banken zählten in der Vergangenheit zu den langlebigsten Organisationen/Institutionen der Wirtschaft.  So auch in Deutschland. Hin und wieder geriet ein Geldhaus in Schieflage und musste gerettet werden; wenn es ganz schlimm kam, schied ein Institut aus dem Markt aus. Es kam auch vor, dass eine Bank von einer anderen übernommen wurde. Trotzdem waren in den Listen der größten Banken der jeweiligen Länder einige Häuser konstant vertreten - wie in Deutschland. 

Das hat sich in den letzten Jahren geändert, wie eine Auswahl großer Banken zeigt, die entweder vom Markt verschwunden sind und/oder ihre Selbständigkeit verloren haben:
Im Vergleich dazu die Liste der größten privaten Banken in Deutschland im Geschäftsjahr 1985 nach Bilanzsumme (Quelle: Industriemagazin 4/1987)
  1. Deutsche Bank
  2. Dresdner Bank
  3. Commerzbank
  4. Bayerische Vereinsbank
  5. Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 
  6. Bank für Gemeinwirtschaft
  7. Rheinische Hypothekenbank
  8. Frankfurter Hypothekenkbank
  9. Deutsche Centralbodenkredit-Aktienges.
  10. Berliner Bank AG 
Nimmt man dann noch den aktuellen Zustand der Deutschen Bank und der Commerzbank hinzu, lässt sich in den letzten dreißig Jahren ein tiefgreifender Stilwandel im deutschen Bankenmarkt feststellen, der mit neuen Technologien, wie sie seit einigen Jahren unter den Schlagworten Fintech oder Digitalisierung zusammengefasst werden, nur bedingt zu tun hat bzw. haben kann. Das muss, unabhängig von veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mit der Geschäfts- und Risikopolitik zusammenhängen. 

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