Dienstag, 20. Dezember 2016

Die wettbewerbskritische Bedeutung der Technologie im Bereich Regulatorik #2

Von Ralf Keuper

Vor einigen Wochen hatte ich mich in Die wettbewerbskritische Bedeutung der Technologie im Bereich Regulatorik etwas näher mit der Frage beschäftigt, ob und inwieweit RegTechs die Banken im Bereich Regulatorik unterstützen können. Bezugspunkt war das Whitepaper The Primacy of Technology. Striking a balance between implementing regulation and shaping its impact, das jedoch nicht mehr online zur Verfügung steht. Die Autoren zeigten sich darin skeptisch, ob RegTechs eine echte Hilfe für Banken sind. Stattdessen sollten die Banken selber das nötige personelle, organisatorische und technologische Know How aufbauen. In meiner Einschätzung schrieb ich: 
Die Frage ist, ob der Technologie-Mix eine Bank nicht endgültig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit führt, was wiederum mit hohen Kosten verbunden ist. Um allein die verschiedenen Technologien, die sich zum Teil konträr bzw. substitutiv zueinander verhalten, (Big Data - Künstliche Intelligenz, Biometrics - Künstliche Intelligenz, Blockchain - Container-Technology), unter einen Hut zu bekommen, muss großes Know How, personeller und technischer Art, vorgehalten werden. 
Es ist eine Überlegung wert, ob es in einigen Fällen nicht besser ist, auf die Dienste von RegTech-Startups zurückzugreifen.
In dem Whitepaper Banking Regtechs to the Rescue? von Bain vertreten die Autoren die Ansicht, dass Banken sehr wohl von einer Zusammenarbeit mit RegTechs profitieren: 
Banks have struggled to devise a robust and efficient approach to compliance using their own legacy systems and GRC organization. Typically, the required data resides in different bank systems and is hard to extract in the appropriate structure or level of quality. That’s because automated, algorithm-based data aggregation, integration and enrichment requires modern technology. Legacy software code often cannot accommodate this integration, making internal compliance efforts slow and expensive. For example, to implement online customer onboarding through legacy systems at some major banks would take two years at a cost of more than $10 million vs. three months at $300,000 if handled through a regtech specialist.
Weiterhin schreiben sie:
The regtechs’ “brains” advantage stems from their expertise in extracting and structuring data, mixing it with unstructured sources and devising algorithms to derive insights. These firms extract and integrate data from banks’ proprietary systems, third-party data providers and public sources. They design algorithms to crunch the data in highly automated, scalable ways. And they use machine learning to continuously improve the quality, precision and reliability of the insights that emerge. 
Derzeit sprechen für mich mehr Argumente für die Kooperation mit RegTechs als dafür, als Bank das nötige Know How selber vorzuhalten, was nicht bedeutet, dass keine Expertise aufgebaut werden sollte, um nicht in unnötige Abhängigkeiten zu geraten. 

Zusatz

Informativ ist auch das Paper The emergence of Regtech 2.0: From Know Your Customer to Know Your Data von Capco. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen